Ende – und Anfang

Ein Ende
Wow. Ein Lebensabschnitt hat geendet.
Am Freitag hatte ich – nach 10 1/2 Jahren – meinen letzten Arbeitstag bei meiner geliebten syscovery.
Meine Kollegen haben mir einen wunderbaren Ausstand beschert, mich mit Herzlichkeiten und Geschenken überhäuft. Ich bin wirklich gerührt.
Ein paar salbungsvolle Worte von mir durften nicht fehlen, ich hoffe, dass ich auch nur ansatzweise transportieren konnte, wie ich die Zeit syscovery genossen habe und wie stolz und glücklich ich bin, ein Teil der Geschichte unserer Firma zu sein.
Ich kann nur hoffen, dass ich erneut einen solchen Glücksgriff tue und – wo auch immer man meine Dienste in Anspruch nimmt – ich genauso tolle Kollegen, Vorgesetzte und Stimmung genießen darf wie das die letzten 10 Jahre.

What’s next?
10 Wochen Roadtrip durch die USA stehen mir bevor und ich nehme mir ganz fest vor, das hier im Blog ausreichend zu behandeln.
Die Route steht grob, erst der Westen, dann der Osten, ganz einfach. 🙂

Ich bin inzwischen aufgeregt wie ein kleines Kind und wahnsinnig gespannt, was mich alles erwartet, welche Menschen ich kennen lernen werde und wie ich das Land empfinden werde, von dem ich bisher nur das UFO namens New York City kenne.

Ich habe jetzt schon – durch meine lieben Freunde und Bekannten – ein paar Einladungen für Couchübernachtungen in 5 Staaten, es kommen hoffentlich noch ein paar dazu und den Rest der Reise möchte ich gerne mit Couchsurfing.org organisieren. Mal sehen, wie das klappt.

Bis bald

Woche 1 geschafft

Woche 1 auf dem „langen Marsch“ nach Freiburg ist fast nach Plan gelaufen, Woche 2 beginnt mit Heiligabend (freier Tag), dafür bin ich heute 10km gelaufen statt der 8, die im Plan stehen.
Der Kartoffelsalat und die Würstchen in meinem Bauch haben es mir nahegelegt. 🙂

Olaf lernt tauchen – ein Erfahrungsbericht

Vorwort:
Es ist ja nun echt schon ne Weile her mit dem letzten Blogbeitrag, der letzte Reisebericht auch und derweil sich hier handgeschriebene Reisetagebücher anhäufen und Bilder Gigabyteweise auf den Festplatten schlummern, muss ich mal wieder wertvollen Inhalt produzieren.

Ich beginne mit einem Erfahrungsbericht, „Olaf lernt tauchen“.

Zugetragen hat sich alles in unserem Thailand-Urlaub im Oktober 2010, die Aufzeichnung hatte ich damals genau so verfasst und gebe sie jetzt einfach wieder, das ganze ist also ziemlich ungefiltert.

Olaf Leichsenring, 10. 4. 2012

ohne Worte

Meine Knie bluten, die Ellenbogen sind aufgeschürft, der Magen ist so leer, wie er nur leer sein kann, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr.
Wirklich nochmal eine Stunde Bootsfahrt bis zum rettenden Hafen? Ich will sterben.

Doch halt, drehen wir die Uhr 2 Tage zurück.

„Olaf lernt tauchen – ein Erfahrungsbericht“ weiterlesen

New York – Tag 7 – Das große Finale

Auf zum furiosen Finale meines kleinen Reiseberichts.
Der letzte Tag steht an, die Rückreise muss angetreten werden, doch zuvor bleibt uns ein ganzer letzter Tag in der Stadt der Städte.

26.03.2009, Donnerstag

Resterampe
Wir sind eigentlich nach den letzten 7 Tagen in der Stadt schon ziemlich fertig, immerhin sind wir jeden Tag stundenlang durch die Stadt gewandert und haben unzählige neue Eindrücke mitgenommen.
Unser Flug geht erst am späten Abend, daher bleibt uns der letzte Tag, um uns in aller Ruhe geistig von der Stadt zu verabschieden und ein paar letzte Erledigungen zu machen.

Zunächst mal packen wir unsere Koffer und genießen nochmal einen letzten Blick aus unserem Fensterchen.

Hotelblick mit Carnegie Hall

Hotelblick

Bühnenrampe
Unser erster Weg (NACH Starbucks) führt uns heute mal wieder in den Rockefeller Center, denn dort gibt es noch einen Laden, der es uns angetan hat. „New York – Tag 7 – Das große Finale“ weiterlesen

There, I fixed it.

Problem:
iPad, US-Ausführung, natürlich mit amerikanischem Netzteil-Stecker.

iPad-Netzteil, US-Ausführung

Die Spaßvögel von Apple liefern leider auch keinen Adapter mit (den kann man ja extra verkaufen), also muss Ersatz beschafft werden.
Leider dauert der Versand so lange und das iPhone-Ladegerät ächzt beim Stromhunger des iPads gnadenlos und braucht ca. 10-12h für eine volle Ladung.

Mir fiel allerdings auf, dass der Steckeranschluss verdächtig bekannt aussieht.

iPad Netzteil - Anschluss

Das ist doch … genau, ein Standard-Kleingerätestecker (wie beim Rasierapparat).
Also … genau, es geht 🙂

iPad Netzteil - fixed

Und das Kabel kann man so auch noch problemlos verlängern.
Das iPad lädt jetzt schön in 3h.

Kosten iPad Netzteil (Original): 29€
Kosten iPad Netzteil (China): 3 Euro
Kosten meine Lösung: 0 Euro

New York – Tag 6 – Teil 2

Teil 12 meines kleinen Reisetagebuchs.
Wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, am 25.03.2009, wir waren auf Ellis Island, haben uns Penn Station in Grundzügen angeschaut und waren bei Taco Bell futtern.

Säng ju for trävveling wiss New Jersey Transit
Nach dem üblichen Mittagsschlaf im Hotel machen wir uns auf den Weg zur Penn Station.
Ein lustiger Bahnhof, von außen nicht als solcher zu erkennen, weil quasi vollkommen unterirdisch gebaut ist und der Eingang sich einfach nur unter einen Wolkenkratzer versteckt.

Ich habe leider keine Bilder, also muss ich es halt beschreiben.
Die Organisation in diesem Bahnhof ist vollkommen anders, als ich das jemals irgendwo gesehen habe.
Die Züge haben keine festen Gleise, sondern man weiß erstmal nur die geplante Abfahrtszeit.
Ein paar Minuten vor der Abfahrtzeit versammeln sich dann unzählige Leute vor einer großen Anzeigetafel, auf der – fast wie auf einem Flughafen – der Zug und der geplante Bahnsteig angezeigt werden. Sobald die gewünschte Information aufblinkt, wandern alle zum (vollkommen überlasteten) Aufzug, der einen mehrere Stockwerke in die Tiefe befördert.

Der Zug sieht auf den ersten Blick ganz modern und bequem aus, die Sitze sind in Ordnung, die Platzverhältnisse auch ok.
Beim ersten Anfahren der Mühle kriegen wir allerdings einen mittleren Schock. Ein lauter Schlag, gefolgt von einem brutalem Ruck geht durch den Zug, als die Kupplungen anziehen, dann setzt sich die Karre in Bewegung.
Beim ersten Mal dachten wir noch, das wäre eine Ausnahme, doch weit gefehlt.
Bei jedem Anfahren das gleiche Schauspiel, irgendwie haben sich stramme Kupplungssysteme wohl noch nicht überall auf der Welt rumgesprochen.
Wir nehmen es mit Gleichmut, immerhin fährt der Zug und wir kommen unserem Ziel näher.
Nach einigen Minuten Tunnelfahrt unterqueren wir den Hudson River und erblicken in New Jersey wieder Tageslicht.
Die Landschaft hier ist ziemlich trostlos, viele Hinterhöfe von großen Industrieanlagen, viele Müllberge und nichts wirklich sehenswertes liegt auf dem Weg.

Wir steigen schließlich in „Glen Ridge“ aus, einem kleinen Vorort von Jersey City, und laufen von hier nach Montclair zum eigentlichen Ziel unseres Ausflugs.

Die Stimmung hier – immerhin nur ca. 20km Luftlinie vom Zentrum Manhattans entfernt – ist vollkommen anders als „in der Stadt“.
Ein paar Impressionen:

Montclair - Impressionen

Montclair-Impressionen

Montclair-Impressionen

Montclair-Impressionen

Montclair-Impressionen

Montclair-Impressionen

Nicht nur in Stockholm und Bangkok, nein auch in New Jersey

Die Benzinpreise treiben uns die Tränen in die Augen.
Beim Dollarkurs zu dem Zeitpunkt sind das 33,7 Eurocent pro Liter. Lecker.

Benzinpreise zum Weinen (Achtung, pro Gallone)

Montclair-Impressionen

Hier ein kleiner Ausflug in die Welt der Autowäschen. In dieser Waschanlage gibt es die Wahl zwischen einer ganzen Reihe von Programmen. Angefangen beim „Kratzigen Bürstenkreischer“ für läppische 5 Dollar über den „leckenden Lackschmeichler“ für 20 Dollar bis hin zum Luxusprogramm, bei dem einem 5 mexikanische Gastarbeiter das Auto mit Zahnbürsten polieren und in bester „Karate Kid“-Manier das Auto liebkosen.

Der Audi im Bild hatte wohl das volle Programm (schlappe 90 Dollar), wie man an den wuselnden Servicekräften gut erkennen kann. 10 Sekunden zuvor waren da noch ein paar Leute mehr an dem Wagen beschäftigt …

In the Carwash

Vom Falschparken vor öffentlichen Gebäuden ist hier ebenfalls abzuraten:

Drakonische Strafen für's Falschparken

Zu Deutsch: Beim ersten Vergehen 285 Dollar, ab dem zweiten Vergehen 285 Dollar und/oder 90 Tage gemeinnützige Tätigkeiten (Straße fegen, Klos putzen, einfach mal Naomi Campbell für Beispiele fragen).

Montclair ist eigentlich ziemlich klein und langweilig.
So langweilig, dass sich hier – in Spuckweite zu New York City – vor 2 Jahren der größte Spionageskandal der letzten Jahre abspielte. Der Spionagering mit der Model-Agentin Anna Chapman, für die sich die Nachrichtenmagazine der Welt um keine noch so dumm-schlüpfrige Schlagzeile schämten saß genau hier in Montclair.
Hier mal die Story bei Spiegel.de und bei Einestages, ganz frisch.
Doch davon wissen wir und die Welt zu diesem Zeitpunkt noch nichts, also spazieren wir einfach weiter in Richtung Ziel.

Rock me Amadeus
Unser Ziel ist das Wellmont Theatre (und hier), ein wunderbar altes Kino, welches vor einigen Jahren renoviert wurde und seitdem als Veranstaltungsort für Konzerte dient.
Hier wollen wir uns ein Konzert der Derek Trucks Band anschauen.
Nie gehört? Schade schade schade.
Derek Trucks ist ein Phänomen. Wir haben den Typen auf einem Konzert von Eric Clapton das erste Mal gesehen und gehört und bei der Gelegenheit hatte er den großen Meister mit großer Leichtigkeit 2h lang an die Wand gespielt.
Was will man auch von jemandem erwarten, der mit 9 Jahren anfängt, Gitarre zu spielen, mit 12 die erste eigene Band hatte und seit er 15 ist mit „seiner“ Derek Trucks Band spielt, wobei seine Kollegen damals keine Schüler waren sondern arrivierte Profi-Musiker. Der Hammer.
Auf jeden Fall wollte ich ihn schon lange live sehen und kam nur per Zufall genau zum richtigen Zeitpunkt auf die Idee, auf seiner Webseite nach Tourdaten zu sehen. Dort fiel mir auf, dass er zur Zeit unseres New-York-Aufenthalts in New Jersey spielen sollte und ein kurzer Ortscheck ergab, dass die Anreise kein Problem darstellen sollte. Also flugs Karten bestellt und uns wie beschrieben auf den Weg gemacht.

Ticket

Das „Kino“ selbst ist schon sehr hübsch. Alt, steile Ränge, recht enge Plätze (zumindest für dem 200kg-Amerikaner, der sich in unserer Nähe immer auf 2 Sitzen herumdrücken musste) und eine ganz eigene Atmosphäre.

Wellmont Theatre

Steil, ganz steil!

Wellmont Theatre

Wellmont Theatre

Der Abend beginnt mit einer Vorband.
Wir hören „The Bad Plus„, eine hochgelobte Jazz-Dingsbums-Irgendwas-Combo, die es sich anscheinend zur Aufgabe gemacht hat, bekannte Lieder zu dekonstruieren und in ihre Einzelteile filetiert auf die Bühne zu rotzen.
Die Instrumentalisten sind sehr gut, die Sängerin hat es sich offenbar vorgenommen, möglichst gelangweilt, lässig und eintönig daherzukommen und so ihre ganze Kraftlosigkeit auf das Publikum loszulassen.
Intellektuell vermutlich auf einem extrem hohen Niveau, aber vollkommen fehl am Platze.

Ein kleines Beispiel: „New Year’s Day“ von U2 (ab 2m 30s wird es „spannend“)

Zum Vergleich das Original, auch Live:

Man muss sich in die Leute versetzen, die zu so einem Konzert gehen.
Derek Trucks macht Blues-Rock, viel Slidegitarre, Souliger Gesang, südstaatenkompatibel.
Dementsprechend ist die Zusammensetzung und die Erwartung des Publikums und hier platzen diese
2schlechten Plusse“ rein und geigen ihren Scheiß zusammen.
Es hagelt Buhrufe, Pfiffe, der Saal leert sich und die Leute gehen lieber futtern oder Bier kaufen.
Zwei Zwischenrufe: „Come on, I’ve worked all day“ und „Someone hand me a rifle“ beschreiben die Stimmung der Leute ganz gut.

Irgendwann ist es geschafft, die Vorband zuckelt ab und das Konzert kann beginnen.
Doch halt, da fehlt noch was. Bier und Popcorn!
Sarah geht eine kleine Portion kaufen:

Notration mit Sarah

Ja, das ist die „kleine“ (bzw. „normale“) Portion, kleiner gibt es nicht, größer schon.
So ein Konzert ist bei den Amerikanern irgendwie ganz anders als bei uns. Es herrscht ein Kommen und Gehen wie im Taubenschlag, die Leute sind ständig am rauslaufen, Bier kaufen, Popcorn kaufen, Bier wieder raustragen, neues Bier kaufen usw.
Man kann offenbar nicht einfach mal sitzen bleiben und der Musik zuhören, irgendwie muss jeder Besucher mindestens 2x rausrennen und irgendwas dringendes erledigen.

Das Konzert selbst ist toll, allerdings macht sich bei uns immer noch der Jetlag bemerkbar, immerhin waren wir die Tage zuvor immer früh im Bett und nun ist es auf einmal 22 Uhr und wir müssen immer noch fit sein.
Ich kann euch sagen, es geht schief. 🙂
Als ich das zweite Mal erwache und mir den Schlaf aus den Augen reibe, ist der Gig immer noch im vollen Gange. Tief geschlafen habe ich sicher nicht, aber ein leichtes Dösen war leider nicht zu vermeiden.
Sarah geht’s nicht viel besser, also entscheiden wir uns irgendwann noch vor dem Ende des Auftritts, den Heimweg anzutreten. Immerhin müssen wir noch zum Bahnhof laufen, eine ordentliche Zugfahrt hinlegen und dann von der Penn Station heimlaufen oder fahren.
Also machen wir, was die vorbeifahrenden Autofahrer vermutlich vollkommen irre finden, wir laufen nicht zum nächsten, sondern zum übernächsten Bahnhof/Haltepunkt (an dem übrigens mal „Mona Lisa Smile“ gedreht wurde.
Irgendwann kommt der Ruckelzug, bringt uns brav nach Manhattan zurück und von der Penn Station schaffen wir es auch noch irgendwie zurück ins Hotelbettchen, schlafen ein und freuen uns auf unseren letzten Tag in New York und die baldige Rückreise.
Doch auch der letzte Tag wird noch lang und hat Potenzial für die ein oder andere Geschichte.

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New York – Tag 6 – Teil 1

Vorwort:
Ich muss die Berichte von New York jetzt endlich fertigstellen, immerhin liegen Dutzende Manuskriptseiten und Hunderte Fotos aus dem Thailand-Urlaub zur Verarbeitung bereit und wollen mit Leben gefüllt werden.
Es gab viel zu sehen, dieser Tagesbericht wird also eine eher bildreiche Geschichte.
Here we go!

25.03.2009:
Wir erwachen, es ist Mittwochmorgen, die letzten beiden Tage unseres Urlaubs stehen bevor.

Auf historischen Pfaden
Ich weiß nicht, ob es in New York so etwas wie „die“ Touristenattraktion gibt – die Stadt ist einfach zu groß und bietet für wirklich jeden Geschmack eine reichliche Auswahl an Attraktionen.
Unser heutiges erstes Ziel ist aber sicher ganz vorne dabei, wir tun uns den Trip zur Freiheitsstatue und nach Ellis Island an.

Unser frühmorgendlicher U-Bahn-Trip führt uns wieder zur South Ferry, wie schon am zweiten Tag. Dieses Mal nehmen wir aber nicht die orangefarbene Staten Island Ferry, sondern stellen uns brav in die bereits respektable Schlange vor der anderen Fähre, die sowohl die Statue als auch Ellis Island anfährt.

Pier 6

Begrüßungskommando am Pier

Da es noch sehr früh am Morgen ist, müssen wir nur ca. 50 m anstehen und nicht die sonst obligatorischen 400 bis 500 m, die wir zuvor schon beobachtet haben; außerdem geht hier alles relativ schnell und so wird uns auch nicht langweilig.
Der erste Lacher kommt kurz vor dem Kontrollzelt, wo uns erklärt wird, was wir alles NICHT mitbringen dürfen.
Okok, keine Bomben!

Es folgt die übliche Anti-Terrorkontrolle, volles Programm. Schuhe aus, Gürtel aus, Taschen aufs Band, alles durchleuchten. Nacktscanner kommen hier bestimmt auch irgendwann zum Einsatz. Aber was soll’s, es geht ganz fix und danach stehen wir auch schon auf der Fähre und werden unser Ticket los.
Ellis Island Ticket

Das Bötchen ist ziemlich voll, man hört mal wieder ein babylonisches Sprachgewirr, der Großteil der Besucher sind aber Schülergruppen aus den USA.
Der erste Stop ist Liberty Island, hier bleiben wir aber an Bord. Die Statue selbst kann man eh nicht besteigen und um auf der Insel rumzulaufen ist uns die Zeit zu schade, wir wollen ins Museum von Ellis Island.
Also weiter gehts.

Statue of Liberty

Statue of Liberty

Gehts jetzt endlich los?

Ellis Island

Ellis Island, das Herz der amerikanischen Einwanderungsgeschichte. Hier wurden ab 1892 bis in die 1950er Jahre insgesamt ca. 12 Millionen Menschen durchgeschleust, zu Hochzeiten eine vollkommen industrialisierte Einwanderungsmaschine (1907 wurden über eine Million Menschen durchgepaukt).
Das Museum fasziniert, es gibt Einiges zu sehen, z. B. die Aufenthaltsräume, die große Halle, bekannt aus Film und Fernsehen („Hitch“ oder etwas historischer auch in „Der Pate Teil 2“). Es gibt einen wirklich informativen Film, der die Geschichte der Einwanderung und der Insel zusammenfasst, wirklich witzig ist hier das kleine Geschichtsquiz vor Filmstart, in dem die Museumsangestellte in gestrengem Ton historische Fakten abfragt und die anwesenden Schulklassen ordentlich ins Schwitzen bringt.

Für Amerikaner muss dieser Ort etwas Magisches haben. Ich habe die Zahl nicht mehr genau im Kopf, aber um die 150 Millionen Amerikaner – also ungefähr die Hälfte – haben direkte Vorfahren, die über die Insel in die USA kamen. Für einen Inländer also ein wahrhaft historischer Ort, der selbst uns Ausländer bewegt und beeindruckt.

Die große Halle

Bequeme Betten

Noch mehr bequeme Betten

Man kann eigentlich nur einen kleinen Teil der Insel (die heutzutage für die Angestellten über eine Brücke mit dem Auto erreichbar ist) betreten, der Rest steht leer, verfällt oder wird für die Verwaltung genutzt.
Hier mal ein Bildchen, wo man (ungefähr) überhaupt hinkommt.

Ellis-Island - begehbarer Bereich

Hier die übliche Luftansicht, einmal bei Google, einmal bei Microsoft. (sehr lohnenswert, einfach mal die Ansicht drehen und wenden)

Besonders beeindrucken kann die „Wall of Honor„. Hier erkauften sich Einwanderer oder deren Nachfahren quasi ihren Platz in der Geschichte.
Gegen eine Spende zwischen 100 und 10.000 Dollar kann jedermann einen Eintrag seines Vorfahren auf eine riesigen Edelstahlwand erstehen, was offensichtlich der Eine oder Andere schon getan hat.

Ellis Island - Wall of Honor

Ellis Island - Wall of Honor

Ellis Island - Wall of Leichsenring

Ellis Island - Wall of Blau

Ein Highlight ist dann der klassische, kitschige, millionenfach gesehene Blick auf die Skyline Manhattans, aber ich kann nicht anders, auch hier ein paar Bilder.
Besonders schön ist das grinsende Fernglas.

Klein-Olaf, Groß-Manhattan

This is it!

This is us!

Nachdem wir uns sattgesehen haben, begeben wir uns zur nächsten Fähre und treten wieder die Reise zurück an.

Empire State of Mind
Wir haben noch reichlich Zeit bis zum Abend, also wandern wir nochmal ein paar Blocks durch die Gegend, um das Flatiron-Building anzusehen und von dort zum Empire State Building zu laufen, von wo unsere U-Bahn zum Hotel fährt.
Der kurze Weg (ca. ein Kilometer, 10 Blocks) vom Flatiron zum Empire State Building führt uns durch den größten Kontrast von Stimmung, Umfeld und Menschen, den wir bisher in der Stadt auf derart kurzem Weg erfahren haben.
Zwischen beiden Punkten kommen wir durch ein Viertel, in dem wir als „Weiße“ das erste Mal in der Minderheit sind. Wo man geht und steht dunkelhäutige Menschen, wie immer gut gemischt und aus aller Herren Länder, aber eben keine Weißbrote.
Das darf jetzt bitte keiner falsch verstehen, wir kommen uns nicht vor wie im Ghetto (weil es keines ist), wir haben keine Angst oder Sorge, aber die Perspektive verschiebt sich auf einmal ganz gewaltig, und das nur, weil man anders aussieht, als „der große Rest“ der Umgebung. Ein sehr seltsames Gefühl, das einem als jemandem, dem Hautfarben eigentlich vollkommen egal sind, eindrucksvoll zeigt, wie anders es sich anfühlt, wenn man selbst auf einmal Derjenige ist, der „außen“ steht.
Und das, obwohl wir ja eigentlich mitten in DER Stadt sind, wo alle freundlich schauen und einfach nur ihren Geschäften nachgehen.
So spaziert man also vom durchaus hübschen Madison Square Park durch ein etwas ärmlicheres Viertel. Der Broadway ist hier gar nicht so breit und von Block zu Block wird die Gegend erst einfacher, die Häuser flacher und ärmlicher und dann geht es Schlag auf Schlag – nach ein paar Minuten ist man wieder mitten auf der 5th Avenue mit all ihrem Pomp und Getöse.

Flatiron Building

Empire State Building

Vorbereitung auf den Abend
Wir laufen noch schnell zur Penn Station, kaufen und Zugtickets und bereiten uns auf den Abend vor, denn wir planen unseren einzigen Ausflug des Urlaubs, der uns aus New York heraus führen wird, ganze 20 Kilometer weit nach New Jersey auf ein Rock-Konzert.

Oho.

Doch zunächst den Bahnhof inspizieren, damit wir am Abend auch wissen, wo wir hin müssen, wann wir mit welchem Zug fahren können und um zu vermeiden, kurz vor knapp ohne Ahnung in der Rush Hour am Bahnhof zu weinen.

Bahn-Karte

Unser Weg wird uns nach „Glen Ridge“ führen, doch vorher müssen wir auf dem Hotelzimmer ausruhen und uns den Bauch bei Taco Bell vollschlagen, wohl bekomm’s.

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