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Archiv für November, 2010

New York – Tag 6 – Teil 1

28. November 2010 Keine Kommentare

Vorwort:
Ich muss die Berichte von New York jetzt endlich fertigstellen, immerhin liegen Dutzende Manuskriptseiten und Hunderte Fotos aus dem Thailand-Urlaub zur Verarbeitung bereit und wollen mit Leben gefüllt werden.
Es gab viel zu sehen, dieser Tagesbericht wird also eine eher bildreiche Geschichte.
Here we go!

25.03.2009:
Wir erwachen, es ist Mittwochmorgen, die letzten beiden Tage unseres Urlaubs stehen bevor.

Auf historischen Pfaden
Ich weiß nicht, ob es in New York so etwas wie “die” Touristenattraktion gibt – die Stadt ist einfach zu groß und bietet für wirklich jeden Geschmack eine reichliche Auswahl an Attraktionen.
Unser heutiges erstes Ziel ist aber sicher ganz vorne dabei, wir tun uns den Trip zur Freiheitsstatue und nach Ellis Island an.

Unser frühmorgendlicher U-Bahn-Trip führt uns wieder zur South Ferry, wie schon am zweiten Tag. Dieses Mal nehmen wir aber nicht die orangefarbene Staten Island Ferry, sondern stellen uns brav in die bereits respektable Schlange vor der anderen Fähre, die sowohl die Statue als auch Ellis Island anfährt.

Pier 6

Pier 6


Begrüßungskommando am Pier

Begrüßungskommando am Pier


Da es noch sehr früh am Morgen ist, müssen wir nur ca. 50 m anstehen und nicht die sonst obligatorischen 400 bis 500 m, die wir zuvor schon beobachtet haben; außerdem geht hier alles relativ schnell und so wird uns auch nicht langweilig.
Der erste Lacher kommt kurz vor dem Kontrollzelt, wo uns erklärt wird, was wir alles NICHT mitbringen dürfen.
Okok, keine Bomben!

Okok, keine Bomben!


Es folgt die übliche Anti-Terrorkontrolle, volles Programm. Schuhe aus, Gürtel aus, Taschen aufs Band, alles durchleuchten. Nacktscanner kommen hier bestimmt auch irgendwann zum Einsatz. Aber was soll’s, es geht ganz fix und danach stehen wir auch schon auf der Fähre und werden unser Ticket los.
Ellis Island Ticket

Ellis Island Ticket


Das Bötchen ist ziemlich voll, man hört mal wieder ein babylonisches Sprachgewirr, der Großteil der Besucher sind aber Schülergruppen aus den USA.
Der erste Stop ist Liberty Island, hier bleiben wir aber an Bord. Die Statue selbst kann man eh nicht besteigen und um auf der Insel rumzulaufen ist uns die Zeit zu schade, wir wollen ins Museum von Ellis Island.
Also weiter gehts.

Statue of Liberty

Statue of Liberty


Statue of Liberty

Statue of Liberty


Gehts jetzt endlich los?

Gehts jetzt endlich los?


Ellis Island

Ellis Island

Ellis Island, das Herz der amerikanischen Einwanderungsgeschichte. Hier wurden ab 1892 bis in die 1950er Jahre insgesamt ca. 12 Millionen Menschen durchgeschleust, zu Hochzeiten eine vollkommen industrialisierte Einwanderungsmaschine (1907 wurden über eine Million Menschen durchgepaukt).
Das Museum fasziniert, es gibt Einiges zu sehen, z. B. die Aufenthaltsräume, die große Halle, bekannt aus Film und Fernsehen (“Hitch” oder etwas historischer auch in “Der Pate Teil 2″). Es gibt einen wirklich informativen Film, der die Geschichte der Einwanderung und der Insel zusammenfasst, wirklich witzig ist hier das kleine Geschichtsquiz vor Filmstart, in dem die Museumsangestellte in gestrengem Ton historische Fakten abfragt und die anwesenden Schulklassen ordentlich ins Schwitzen bringt.

Für Amerikaner muss dieser Ort etwas Magisches haben. Ich habe die Zahl nicht mehr genau im Kopf, aber um die 150 Millionen Amerikaner – also ungefähr die Hälfte – haben direkte Vorfahren, die über die Insel in die USA kamen. Für einen Inländer also ein wahrhaft historischer Ort, der selbst uns Ausländer bewegt und beeindruckt.

Die große Halle

Die große Halle


Bequeme Betten

Bequeme Betten


Noch mehr bequeme Betten

Noch mehr bequeme Betten

Man kann eigentlich nur einen kleinen Teil der Insel (die heutzutage für die Angestellten über eine Brücke mit dem Auto erreichbar ist) betreten, der Rest steht leer, verfällt oder wird für die Verwaltung genutzt.
Hier mal ein Bildchen, wo man (ungefähr) überhaupt hinkommt.

Ellis-Island - begehbarer Bereich

Ellis-Island - begehbarer Bereich


Hier die übliche Luftansicht, einmal bei Google, einmal bei Microsoft. (sehr lohnenswert, einfach mal die Ansicht drehen und wenden)

Besonders beeindrucken kann die “Wall of Honor“. Hier erkauften sich Einwanderer oder deren Nachfahren quasi ihren Platz in der Geschichte.
Gegen eine Spende zwischen 100 und 10.000 Dollar kann jedermann einen Eintrag seines Vorfahren auf eine riesigen Edelstahlwand erstehen, was offensichtlich der Eine oder Andere schon getan hat.

Ellis Island - Wall of Honor

Ellis Island - Wall of Honor


Ellis Island - Wall of Honor

Ellis Island - Wall of Honor


Ellis Island - Wall of Leichsenring

Ellis Island - Wall of Leichsenring


Ellis Island - Wall of Blau

Ellis Island - Wall of Blau

Ein Highlight ist dann der klassische, kitschige, millionenfach gesehene Blick auf die Skyline Manhattans, aber ich kann nicht anders, auch hier ein paar Bilder.
Besonders schön ist das grinsende Fernglas.

Klein-Olaf, Groß-Manhattan

Klein-Olaf, Groß-Manhattan


This is it!

This is it!


This is us!

This is us!

Nachdem wir uns sattgesehen haben, begeben wir uns zur nächsten Fähre und treten wieder die Reise zurück an.

Empire State of Mind
Wir haben noch reichlich Zeit bis zum Abend, also wandern wir nochmal ein paar Blocks durch die Gegend, um das Flatiron-Building anzusehen und von dort zum Empire State Building zu laufen, von wo unsere U-Bahn zum Hotel fährt.
Der kurze Weg (ca. ein Kilometer, 10 Blocks) vom Flatiron zum Empire State Building führt uns durch den größten Kontrast von Stimmung, Umfeld und Menschen, den wir bisher in der Stadt auf derart kurzem Weg erfahren haben.
Zwischen beiden Punkten kommen wir durch ein Viertel, in dem wir als “Weiße” das erste Mal in der Minderheit sind. Wo man geht und steht dunkelhäutige Menschen, wie immer gut gemischt und aus aller Herren Länder, aber eben keine Weißbrote.
Das darf jetzt bitte keiner falsch verstehen, wir kommen uns nicht vor wie im Ghetto (weil es keines ist), wir haben keine Angst oder Sorge, aber die Perspektive verschiebt sich auf einmal ganz gewaltig, und das nur, weil man anders aussieht, als “der große Rest” der Umgebung. Ein sehr seltsames Gefühl, das einem als jemandem, dem Hautfarben eigentlich vollkommen egal sind, eindrucksvoll zeigt, wie anders es sich anfühlt, wenn man selbst auf einmal Derjenige ist, der “außen” steht.
Und das, obwohl wir ja eigentlich mitten in DER Stadt sind, wo alle freundlich schauen und einfach nur ihren Geschäften nachgehen.
So spaziert man also vom durchaus hübschen Madison Square Park durch ein etwas ärmlicheres Viertel. Der Broadway ist hier gar nicht so breit und von Block zu Block wird die Gegend erst einfacher, die Häuser flacher und ärmlicher und dann geht es Schlag auf Schlag – nach ein paar Minuten ist man wieder mitten auf der 5th Avenue mit all ihrem Pomp und Getöse.

Flatiron Building

Flatiron Building


Empire State Building

Empire State Building

Vorbereitung auf den Abend
Wir laufen noch schnell zur Penn Station, kaufen und Zugtickets und bereiten uns auf den Abend vor, denn wir planen unseren einzigen Ausflug des Urlaubs, der uns aus New York heraus führen wird, ganze 20 Kilometer weit nach New Jersey auf ein Rock-Konzert.

Oho.

Doch zunächst den Bahnhof inspizieren, damit wir am Abend auch wissen, wo wir hin müssen, wann wir mit welchem Zug fahren können und um zu vermeiden, kurz vor knapp ohne Ahnung in der Rush Hour am Bahnhof zu weinen.

Bahn-Karte

Bahn-Karte

Unser Weg wird uns nach “Glen Ridge” führen, doch vorher müssen wir auf dem Hotelzimmer ausruhen und uns den Bauch bei Taco Bell vollschlagen, wohl bekomm’s.

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New York – Tag 5 – Teil 2

6. November 2010 Keine Kommentare

U Turn:
Zum Abendessen sind wir schon wieder mit Tim verabredet, der uns dieses Mal zum Sushi Essen mitnehmen will, doch vorher haben wir noch 2 Stunden Zeit, ideal um einen weiteren “kleinen” Spaziergang zu unternehmen.

Wir fühlen uns eigentlich immer noch ziemlich k.o., aber eine kleine Runde wird schon gehen …

Central Park, Manhattan

Central Park, Manhattan

Der Park ist ja ganz in der Nähe, nach 3 Minuten Fußmarsch sind wir auch schon da und laufen einfach eine Weile dort herum.
Das Gefühl ist sehr eigenartig – man ist wirklich relativ weit weg von dem ganzen Krach der Stadt und fühlt sich “im Grünen”. Andererseits ist man mittendrin, rundum stehen Wolkenkratzer und die überaus schicken Häuser der Upper East und Upper West Side.

Den meisten Verkehr machen noch die Horden von Joggern, Inline-Skatern und Radlern aus.
Ich sollte eher sagen die “Joggerbots”, denn was da herumrennt, sind keine gewöhnlichen Jogger, nein, das sind Kampfmaschinen auf zwei Beinen.

Joggerbots im Central Park

Joggerbots im Central Park


Diese Menschen laufen nicht, sie rennen in einem Affenzahn die Hügel hoch und runter und überholen dabei selbst langsame Autos und die gemütlich kreisenden Düsenjets.
Ok, ich übertreibe, aber was da zusammengerannt wird, ist schon beeindruckend.

Wir schlängeln uns durch die Robotermassen, genießen den Ausblick, kommen am MET vorbei und landen bald vor dem unglaublich gut aussehenden Guggenheim Museum.
Leider haben wir in der kompletten Woche keine Zeit und keinen Nerv für einen oder mehrere Museumstage, aber wir sind ja nicht das letzte Mal da.

Ich habe mal www.jogmap.de genutzt, um unsere Route in etwa abzuspeichern. Der Informationsgehalt ist wohl nicht soooo hoch, aber es gefällt mir ganz gut; außerdem kann ich so auf 1-2 Stellen hinweisen, wo wir Pause machen.
Jogmap-Route
Am Guggenheim-Museum mache ich ein Selbstportrait à la Jahrmarkt:

Spiegel-Spass

Spiegel-Spass

Vor uns das leidlich bekannte Guggenheim-Museum, welches wir beim nächsten New-York-Besuch bestimmt nicht nur von außen sehen werden.

Guggenheim-Museum

Guggenheim-Museum

Wir wandern einmal komplett um den großen Teich, das “Jackie Kennedy Onassis Reservoir” herum, weichen weiteren Horden der Joggerbots aus und genießen die Stimmung und den Sonnenuntergang.

Skyline

Skyline

Skyline nach Westen

Skyline nach Westen

Skyline

Skyline

Blick aufs GE Building The Rock

Blick aufs GE Building The Rock

Blick aus dem Central Park auf die West Side

Blick aus dem Central Park auf die West Side

Die Gegend wirkt geradezu beschaulich, was sich natürlich sofort ändert, als wir den Park verlassen und uns durch die Upper West Side in Richtung Restaurant kämpfen.

Nach ein paar weiteren Minuten Spaziergang stehen wir auch schon vor unserem Abendziel, dem “Amber“.
Moment, “Amber”? Wollten wir nicht Sushi essen gehen?
Egal – nicht alles, was Sushi ist, muss gleich “Tokyo” oder “Fuji” heißen, die inneren Werte zählen schließlich.
Also hereinspaziert und mit Tim einen richtig guten und leckeren Abend gehabt. Nebenbei haben wir einmal wieder gelernt, dass wir uns auch an Mini-Häppchen richtig überfressen können. Amber ist definitiv ein Tipp – das Ambiente im Laden ist schon ein Knüller, das Essen auch.

Am späten Abend dann der letzte Spaziergang nach Hause, vorbei an der Met, aus der Ferne sehen wir den Time Square glühen, wollen aber nur noch ins Bettchen.

Gute Nacht.

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