Medienrhetorik, wie sie sich das Marketing wünscht

Ich könnte mich gerade so richtig aufregen.
Wenn ihr heute mal Radio hört, speziell die Nachrichten (hier: SWR3), könnte euch eine Meldung unterkommen, nach der die derzeit bekannte und beliebte Sudelfirma BP im Laufe des Wochenendes an ihrem Desaster-Bohrloch im Golf von Mexiko eine neue Deckel- und Auffangvorrichtung baut.

Wir bedenken, das Öl fließt seit 22. April, also seit bald 3 Monaten ins Meer und seitdem bastelt und frickelt man dort verzweifelt, um die Sauerei einzudämmen.

Und was sagen die Nachrichten heute (sinngemäß)?

Die neue Auffangvorrichtung wird im Laufe des Wochenendes eingebaut und soll dann bereits(sic!) ab kommenden Montag einen Großteil des austretenden Öls auffangen.

Dem BP-Marketingstrategen, der in die Pressemeldung das kleine „bereits“ eingeschmuggelt hat, ist nur zu gratulieren und dem Nachrichtenredakteur, der es nicht entfernt, sondern hirnbefreit diesen höhnischen Mist runterliest gehört der Hintern mit einer Käsereibe geputzt.

Ich glaube, die Millionen Tiere, Küstenanwohner und die Umwelt freuen sich ungemein, dass „bereits“ ab Montag nichts bzw. nur noch wenig Öl kommen wird. Bereits bereits bereits.

In den letzten Tagen spült das Meer übrigens „reisebusgroße“ Öl… ja was eigentlich, Ölhaufen, Ölklumpen, Ölbrocken an Land.
Das wird dann ja „schon“ in 20 Jahren kein Thema mehr sein.

Danke, liebe Nachrichten.

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