New York – Tag 4 – Nachtrag

Hoppala, da fiel mir doch direkt nach Veröffentlichung des Artikels zu Tag 4 ein, dass mir ein total wichtiger Teil des Tages entfallen war.

Das Mittagessen.

Großer Fehler, großer, großer Fehler.
Somit schiebe ich jetzt kurz den Bericht hierzu dazwischen, und für spätere Zeiten füge ich das später auch in den eigentlichen Artikel ein.

Also, nach dem Wandern, Staunen, Schlafen und Augen-aus-dem-Kopf-Glotzen ist das Essen unser wichtigster Zeitvertreib in der Stadt, somit darf keine Mahlzeit unerwähnt bleiben. Schon gar nicht, wenn sie in einer solchen Kulisse stattfindet wie unser montäglicher mondäner Mittagsimbiss.

Große Zentrale
Zwischen unserem Shoppingtrip bei Macy’s und dem Besuch der Flaniermeile 5th Avenue machen wir einen kleinen Abstecher ins Grand Central Terminal, DEM Bahnhof.
Je mehr ich so drüber nachdenke … gar nicht schlecht, dass ich diesen Teil vergessen hatte, so hab ich mehr Platz für ausführliches Geschwafel.

Wo fange ich denn an, am besten wohl mal wieder mit ein paar Zahlen, Daten und Fakten.
Grand Central Terminal (deutsch / englisch) wurde mal als Grand Central Depot gebaut, durch die Grand Central Station ersetzt und heißt nach einem erneuten Umbau schon seit 1913 „Terminal“, auch wenn man oft und gerne von der Station liest. Das Ding ist – nach Gleisen – der größte Bahnhof der Welt. 67 Gleise an 44 Bahnsteigen auf derzeit 2, bald 3 Ebenen. Ziemlich groß.
Allerdings interessiert sich der geneigte Tourist nur eingeschränkt für Gleise und Züge (ok, es mag Ausnahmen geben), wir lassen uns vielmehr durch schickes Interieur, protzige Hallen und leckeres Essen beeindrucken.

Die Halle
Die große Halle ist allein schon wahnsinnig beeindruckend und wird gerne als „Eisenbahn-Kathedrale“ bezeichnet. Das trifft es auch ziemlich gut, viele viele Bilder finden sich bei Flickr.
So schick und beeindruckend, wie sich die Halle heute darstellt, war sie jedoch nicht immer.
Nach glamourösem Beginn kam schon in den 50er Jahren ein stetiger Abstieg und Verfall (damals begann sich Amerika zum Land der Autos zu entwickeln), welcher bereits 1954 in Abrissplänen der Bahn gipfelte: Man wollte einen Büroturm bauen.
Soweit kam es zum Glück nicht, der Plan wurde verworfen. Ende der 1960er Jahre erklärte man den Bahnhof per Gesetz zu einem Wahrzeichen der Stadt, um ihn vor dem Abriss zu bewahren.
Hierauf folgten noch einige Versuche, durch weit reichende Umbauten irgendwelche Bürotürme an die Stelle zu setzen, welche jedoch sämtlich abgelehnt wurden.
Doch das half nur wenig, gegen Ende der 1970er Jahre war das Gebäude verlottert, hatte Löcher in der Decke und war in einem eher traurigen Zustand. (Ich habe leider keine Bilder hierzu gefunden, aber mal eine Reportage gesehen, das war erschreckend).
Erst in den 90ern wurde ein wirklich ambitioniertes Renovierungsprojekt durchgeführt, welches das Gebäude in seinen heutigen – beeindruckenden – Zustand führte.

Eine der coolsten Aktionen überhaupt fand vor ca. 2 Jahren im Terminal statt, ein Flashmob, in dem sich viele Spaßvögel zusammenfanden zu einem ganz speziellen Event.
„Frozen Grand Central“. Nur soviel vorab: Man hat die Zeit angehalten, doch seht selbst:

Essen:
Doch hey, wir sind hungrig, genug mit den Seitenstorys.
Wir wandern also ins erste Untergeschoss, in dem sich eine beinahe unüberschaubare Anzahl von Schnellrestaurants angesammelt hat, die Touristen und Eingeborenen gleichermaßen mit Leckereien versorgen.
Eine Übersicht über die Spanier, Mexikaner, Chinesen, Koreaner, Amerikaner, Italiener und sonstigen Spezereienläden findet sich auf der offiziellen Homepage.

Tja, was essen wir? Wir drehen mindestens zwei Runden um den Kurs, bis wir uns für irgendwas Indisches entscheiden, und nach ein paar Minuten des Suchens finden wir sogar einen Sitzplatz, wo wir unseren Fang verspeisen können.
Lecker, und man könnte sicher problemlos einen Monat lang jeden Tag kommen, ohne zweimal das Gleiche essen zu müssen – und dann hat man noch keinen Nachtisch und Süßkram gefuttert.

Tief unter uns werkelt man derweil übrigens an einer weiteren Ebene, einem neuen Bahnhof im Bahnhof, der die östlichen Stadteile und Long Island direkt anbinden soll.
Und noch weiter unten ist eine riesige Halle, in der man während des zweiten Weltkriegs kolossale Gleichrichter betrieb, die damals für die komplette Stromversorgung zuständig waren.
Heute sind da unten immer noch – versteckt vor allgemeinem Zugang – Teile der Stromversorgung untergebracht. (Quelle)

Nun denn, wir sind satt und setzen die Wanderung fort auf der 5th Avenue.

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