New York – Tag 4

Es ist Montag (der 23.03.2009) – endlich mal die Stadt an einem Werktag erleben!
Wir kamen zwar Freitag bereits an, waren da aber noch total geplättet von der Anreise und konnten nur die beschriebene kleine Stippvisite machen.
Nun also auf ins Gewühl; die Woche beginnt, die Stadt erwacht nochmal deutlich lauter, voller und agiler als am Sonntag.

Shoppingwahn:
Unser Frühstück nehmen wir – wie in den folgenden Tagen auch – bei Starbucks zu uns, das 3,95$-Sparfrühstück bestehend aus Kaffee und Scone bzw. „Perfect Oatmeal“ hatte ich ja bereits beschrieben.

Wie beginnt man nun am besten eine neue Woche?
Genau, Geld ausgeben.
Und wo geht das am besten? Nun, da hat wohl jeder seine eigenen Vorlieben, und jeder darf jetzt mal kurz in Verschwendungsträumen schwelgen, derweil machen Sarah und ich uns auf den Weg zu Macy’s, dem größten Kaufhaus der Welt.
Auf dem Weg dorthin kommen wir hier vorbei, bei sehr schönem Licht:

Empire State Buidling

Macy’s ohne Plan:
Doch nun auf ins Shoppingvergnügen.

Nein, immer noch nicht, uns überraschen erst einmal die Öffnungszeiten, der Laden macht nämlich erst um 10 Uhr auf!
Also stehen wir ein wenig peinlich berührt inmitten vieler Touristen vor der Tür herum und warten. So müssen sich die Menschen früher gefühlt haben, als es bei uns noch echte Schlussverkäufe gab.

„Größtes Kaufhaus der Welt“, das klingt ja schon beeindruckend. Sowohl von außen als auch innendrin hat man allerdings nie das Gefühl, das Haus sei riesig. Das liegt aber vor allem daran, dass innen alles sehr „zerfurcht“ und kleingliedrig ist, man hat nicht diese Hallen, wie man sie aus den modernen Malls dieser Welt gewohnt ist.
Außerdem verteilen sich die vielen Quadratmeter auf sage und schreibe 10 Stockwerke.

Hier mal zur Veranschaulichung der Dimension ein Bild von oben: Macy’s nimmt den ganzen Block ein, der hier in der Mitte zu sehen ist.

Größere Kartenansicht

Vor dem Einkauf steht ein ganz wichtiger Gang zum Macy’s Customer Service Desk: Zur Beschaffung einer RABATTKARTE.

Macy's Rabattkarte

Diese spezielle Touristenkarte bekommen alle Ausländer und sie verschafft direkt 11% Rabatt (= Höhe der Steuern für die US-Bürger), auch auf Sonderangebote und Tiernahrung.

Einkaufen in amerikanischen Kaufhäusern ist für deutsche Kunden zu Beginn etwas anstrengend, zumindest aber sehr ungewohnt.
Circa alle 10 Meter steht eine Verkaufskraft und wartet darauf, einem zu Diensten zu sein. Hier kommt sofort die typisch amerikanische Freundlichkeit zutage, die von vielen Deutschen als scheinheilig oder oberflächlich gesehen wird. Ist sie an vielen Stellen bestimmt auch, beim Einkaufen aber fühlt man sich aber immer prima bedient.
Ich muss also mit dutzenden „Hi, how ‚ya doin‘?“ zurechtkommen und bewundere hier immer die Amerikaner selber, die auf diesen Gruß, der nicht mehr als „Guten Tag“ heißt, einen ganzen Katalog von knackigen, fluffigen, schnell heruntergenuschelten und dennoch freundlichen Erwiederungen parat haben, mit denen sie dem Fragenden aber direkt klar machen, ob und in welchem Maße sie Unterstützung benötigen.
Wir brummeln meistens ein „fine, thanks, we’re just walking around“ raus und wühlen uns weiter durch die Ausstellungslandschaften.
Zurück zum Einkaufserlebnis: Im Unterschied zu fast jedem deutschen Kaufhaus fühlt man sich als Kunde nie als Störenfried, der die Verkäuferinnen bei wichtigen Besprechungen der letzten Kaffekränze, Familiensorgen oder körperlichen Gebrechen stört.
Genau dieses Gefühl habe ich bei uns beinahe immer; gerade in den derzeit reihenweise pleite gehenden „Traditionskaufhäusern“ sind die Verkaufskräfte vielmals dermaßen mit sich selbst beschäftigt, dass man sich schon fast überwinden muss, sie anzusprechen, um darauf hin noch böse Blicke zu ernten.

Ganz anders hier, wir werden angesprochen, wenn wir Hilfe brauchen; man kümmert sich ausführlich, freundlichst und zuvorkommend um uns, und wenn dabei dann nur ein 10-Dollar-T-Shirt abfällt, ist man auch nicht beleidigt, sondern bleibt wunderbar nett.

Der Einkaufserfolg beschränkt sich fast komplett auf mich, wir stiefeln munter durch unzählige Klamottenabteilungen verschiedenster Hersteller und Marken und kaufen fleißig Hosen, T-Shirts und so weiter.
Unsere tolle Rabattkarte brauchen wir dabei erstaunlicherweise nie, die Verkäufer klären uns an fast jeder Station auf, dass (auf Grund der Wirtschaftskrise) bei den sowieso schon großzügig rabattierten Waren (meistens 30-50%) nochmals 20% (und nicht nur 11%) „Aktionsrabatt“ hinzukämen und somit unsere Karte gänzlich unnötig sei.

Ein Highlight im Macy’s sind zweifellos die schönsten Rolltreppen, die man sich vorstellen kann, nämlich uralte, betörend ratternde, riechende, zerranzte und fleckige Holzrolltreppen.
Nach kurzer Suche findet Madame diese wieder und wir erleben gemeinsam dieses ganz besondere klappernde Geräusch.

Noch ein paar Beispiele: Eins, zwei und drei.

Kreditkartentran:
Als wir irgend eines der vielen Kleidungsstücke bezahlen wollen, passiert es dann, das Unfassbare: Madames Kreditkarte (die wir an diesem Tag schon ein paar Mal benutzt hatten) wird zurückgewiesen.
Ooooooops, großer Schreck.
Kurzfristig nehmen wir einfach meine, während uns der Verkäufer informiert, dass das häufiger vorkäme und vermutlich eine Schutzsperre sei.

Und diese Gelegenheit nutze ich, um einmal zu berichten, wie das mit dem Bezahlen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten abläuft.
Hierzulande ist es ja üblich, mit Bargeld oder der EC-Karte zahlen zu können, letztere wird fast überall genommen. Wenn man aber eine Kreditkarte hat, muss man vielerorts schon Glück haben, damit diese auch akzeptiert wird.
Ganz anders in den USA.
Bargeld ist immer okay, und in einigen Läden werden sogar überhaupt keine Karten akzeptiert. Allerdings kann man sich in solchen Fällen vollkommen sicher sein, dass ein Geldautomat in irgendeiner Ecke steht, an dem man das nötige Klein- und Scheingeld ziehen kann.
Meistens jedoch zahlt man vollkommen bequem mit der Kreditkarte.
In ca. 50% der Fälle wurde dann eine Unterschrift verlangt (aber nicht kontrolliert), die restliche Zeit „swoosht“ man die Karte einfach durchs Lesegerät, bekommt seine Rechnung und zieht weiter. Als Beispiele dienen hier McDo, Starbucks etc. – die großen Ketten eben.
Dieses „Swooshen“ wurde für uns zur gewohnten Handbewegung und wir haben irgendwann quasi jeden Einkauf mit der Karte bezahlt, sei es die Flasche Wasser im DuaneReade, das Mittagessen, der Kaffee bei Starbucks, die Klamotten oder oder oder. Swoosh-swoosh-swoosh.

Tja, eine unserer Karten war nun also gesperrt und dieses Thema musste umgehend geklärt werden.
Also wurde die Kreditkartenfirma angerufen und das Problem geschildert.
Hier muss ich die Firma loben, man hatte eine automatische Schutzsperre eingerichtet, nachdem man festgestellt hatte, dass die Nutzung der Karte in kürzester Zeit geradezu explodiert ist und die Karte dazu noch innerhalb einer Woche in Deutschland, Schweden und den USA genutzt wurde (in den USA eben mit unzähligen Mini-Beträgen, aber auch größeren Brocken wie z. B. der Vorkasse im Hotel).
Man informiert uns also über obigen Sachverhalt, wir können das schnell aufklären, aber um wirklich sicher zu sein, dass alles korrekt ablief, muss die freundliche Telefondame mit Sarah jeden einzelnen Buchungsposten im entsprechenden Zeitraum durchgehen.
Ein großer Spaß, dabei zuzuhören … („150 schwedische Kronen, jaja, das war im Restaurant in Stockholm“, „2 Tage später 2 Dollar hier, 3 Dollar da, 5 Dollar dort und so weiter und so fort.“)
Die ganze Prozedur – welche übrigens in der Abteilung für gelbe und orange Krawatten stattfindet – dauert ca. 10 Minuten, dann ist zum einen die Dame beruhigt und schaltet die Karte direkt wieder frei, und zum anderen sind wir doch etwas überrascht, wie oft wir schon diese „swoosh“-Bewegung gemacht haben. 🙂
Die angstschweißfeuchten Fingerchen trocknen, das Abenteuer kann weitergehen.

Nach ein paar Stunden haben wir genug von Macy’s und beschließen, unsere Beute in die Höhle ins Hotel zu tragen.

Nach dem Wandern, Staunen, Schlafen und Augen-aus-dem-Kopf-Glotzen ist das Essen unser wichtigster Zeitvertreib in der Stadt, somit darf keine Mahlzeit unerwähnt bleiben. Schon gar nicht, wenn sie in einer solchen Kulisse stattfindet wie unser montäglicher mondäner Mittagsimbiss.

Große Zentrale
Zwischen unserem Shoppingtrip bei Macy’s und dem Besuch der Flaniermeile 5th Avenue machen wir einen kleinen Abstecher ins Grand Central Terminal, DEM Bahnhof.
Je mehr ich so drüber nachdenke … gar nicht schlecht, dass ich diesen Teil vergessen hatte, so hab ich mehr Platz für ausführliches Geschwafel.

Wo fange ich denn an, am besten wohl mal wieder mit ein paar Zahlen, Daten und Fakten.
Grand Central Terminal (deutsch / englisch) wurde mal als Grand Central Depot gebaut, durch die Grand Central Station ersetzt und heißt nach einem erneuten Umbau schon seit 1913 „Terminal“, auch wenn man oft und gerne von der Station liest. Das Ding ist – nach Gleisen – der größte Bahnhof der Welt. 67 Gleise an 44 Bahnsteigen auf derzeit 2, bald 3 Ebenen. Ziemlich groß.
Allerdings interessiert sich der geneigte Tourist nur eingeschränkt für Gleise und Züge (ok, es mag Ausnahmen geben), wir lassen uns vielmehr durch schickes Interieur, protzige Hallen und leckeres Essen beeindrucken.

Die Halle
Die große Halle ist allein schon wahnsinnig beeindruckend und wird gerne als „Eisenbahn-Kathedrale“ bezeichnet. Das trifft es auch ziemlich gut, viele viele Bilder finden sich bei Flickr.
So schick und beeindruckend, wie sich die Halle heute darstellt, war sie jedoch nicht immer.
Nach glamourösem Beginn kam schon in den 50er Jahren ein stetiger Abstieg und Verfall (damals begann sich Amerika zum Land der Autos zu entwickeln), welcher bereits 1954 in Abrissplänen der Bahn gipfelte: Man wollte einen Büroturm bauen.
Soweit kam es zum Glück nicht, der Plan wurde verworfen. Ende der 1960er Jahre erklärte man den Bahnhof per Gesetz zu einem Wahrzeichen der Stadt, um ihn vor dem Abriss zu bewahren.
Hierauf folgten noch einige Versuche, durch weit reichende Umbauten irgendwelche Bürotürme an die Stelle zu setzen, welche jedoch sämtlich abgelehnt wurden.
Doch das half nur wenig, gegen Ende der 1970er Jahre war das Gebäude verlottert, hatte Löcher in der Decke und war in einem eher traurigen Zustand. (Ich habe leider keine Bilder hierzu gefunden, aber mal eine Reportage gesehen, das war erschreckend).
Erst in den 90ern wurde ein wirklich ambitioniertes Renovierungsprojekt durchgeführt, welches das Gebäude in seinen heutigen – beeindruckenden – Zustand führte.

Eine der coolsten Aktionen überhaupt fand vor ca. 2 Jahren im Terminal statt, ein Flashmob, in dem sich viele Spaßvögel zusammenfanden zu einem ganz speziellen Event.
„Frozen Grand Central“. Nur soviel vorab: Man hat die Zeit angehalten, doch seht selbst:

Essen:
Doch hey, wir sind hungrig, genug mit den Seitenstorys.
Wir wandern also ins erste Untergeschoss, in dem sich eine beinahe unüberschaubare Anzahl von Schnellrestaurants angesammelt hat, die Touristen und Eingeborenen gleichermaßen mit Leckereien versorgen.
Eine Übersicht über die Spanier, Mexikaner, Chinesen, Koreaner, Amerikaner, Italiener und sonstigen Spezereienläden findet sich auf der offiziellen Homepage.

Tja, was essen wir? Wir drehen mindestens zwei Runden um den Kurs, bis wir uns für irgendwas Indisches entscheiden, und nach und nach ein paar Minuten des Suchens finden wir sogar einen Sitzplatz, wo wir unseren Fang verspeisen können.
Lecker, und man könnte sicher problemlos einen Monat lang jeden Tag kommen, ohne zweimal das Gleiche essen zu müssen – und dann hat man noch keinen Nachtisch und Süßkram gefuttert.

Tief unter uns werkelt man derweil übrigens an einer weiteren Ebene, einem neuen Bahnhof im Bahnhof, der die östlichen Stadteile und Long Island direkt anbinden soll.
Und noch weiter unten ist eine riesige Halle, in der man während des zweiten Weltkriegs kolossale Gleichrichter betrieb, die damals für die komplette Stromversorgung zuständig waren.
Heute sind da unten immer noch – versteckt vor allgemeinem Zugang – Teile der Stromversorgung untergebracht. (Quelle)

Nun denn, wir sind satt und setzen die Wanderung fort auf der 5th Avenue.

Markenmann:
Auf dem Weg ins Hotel schlendern wir über die 5th Avenue und finden dort noch einige Kleinode des Konsums, in denen wir dank höchster, geradezu yogistischer Selbstdisziplin die gerade rehabilitierte Kreditkarte schonen.

Da gibt es zum Beispiel den NBC-Store im Rockefeller Center, auf den ich später noch eingehen werde.
Außerdem den NBA-Store.
Hier findet der geneigte Basketballfan alles, was sein Herz begehrt … und noch viel mehr. Alles, was man sich auf den Leib hängen kann, woraus man trinken, wovon man essen, womit man spielen, werfen, oder den DVD-Player füttern kann. Und zwar für jeden der aktuell 30 Klubs und für unzählige ehemalige Spielerstars.
Der Wahnsinn.

Auch wahnsinnig ist der Kunde, der es geschafft hat, die Drehtür zum Laden genau verkehrt herum zu benutzen und sich mit aller Macht gegen die eigentliche Drehrichtung aus der Tür zu drücken. Ein Bild für die Götter.

Ebenfalls herzerwärmend putzig: Nintendo-World. Wieder so ein Themenladen, diesmal alles, was mit Nintendo, deren Spielen, Spielgeräten und Figuren zu tun hat.
Diesen kleinen – leider nur sehr unscharf abgebildeten – Freund haben wir nicht gekauft und ich beiße mir heute noch in den Allerwertesten dafür.

Super-Bee-Mario

Bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich dringend noch einen euphorische Lobhuddelei über „Super Mario Galaxy“ schreiben muss, das sicherlich beste Jump-n-Run, welches ich je spielen durfte.

Auf der 5th Avenue gehen einem sowieso permanent die Augen über, es gibt einen Extra-Laden für jeden Mist, den man sich vorstellen kann und dazu für alle überteuerten Luxusgüter der Welt gleich eigene Kaufhäuser.
Ein Highlight, welches wir leider nicht mit der Kreditkarte, sondern lediglich mit tränennassen Augen beehren, ist „Saks Fifth Avenue“, ein Luxuskaufhaus, welches Sarah von der Ehefrau eines amerikanischen Star-Gynäkologen empfohlen wurde.
Auch im Luxuskaufhaus gibt es Wühltische im Erdgeschoss, allerdings zeichnen sich diese dadurch aus, dass jedes Stück „nur 100 Dollar“ kostet. Hahahahaha.

Horatio kann:
Erschöpft vom Shoppingwahn begeben wir uns endlich wieder ins Hotel, trinken ein Fläschlein „Dr. Pepper“ und führen uns zur Entspannung die eine oder andere Folge „CSI Miami“ zu Gemüte. Sarah nimmt die übliche Mütze Schlaf, danach bereiten wir uns auf den Abend vor, wir sind nämlich verabredet.

Evening Fun
Frisch ausgeruht, hungrig und unternehmungslustig begeben wir uns zum Times Square, wo wir mit Tim verabredet sind. Der wohnt in New York (ok, inzwischen tut er es nicht mehr, aber da ich in der Gegenwartsform schreibe, wohnt er eben noch da), ist der Freund einer Freundin und die hatte mich im Vorfeld wie wild beackert, dass wir uns doch unbedingt treffen müssen, um einander kennenzulernen.
Gesagt, getan – toll für uns, führt uns Tim doch in diverse Etablissements, die zwar bestimmt keine Geheimtipps sind, wir auf eigene Faust jedoch nie im Leben betreten oder gefunden hätten.

Da wäre zum einen „The View„, ein überstylisches Drehrestaurant auf dem Dach des Marriott-Hotels.
In unserem Reiseführer steht das Teil auf Platz 1 der hippen Bars, die man gesehen haben muss, also nicht so ganz unsere typische Preisklasse.
Doch gottlob haben wir ja Tim, der uns zielsicher ganz nach oben führt, wo wir direkt einen netten Tisch bekommen.
Ebenfalls to-taaal nett ist „Peter“, unser Herr Ober für den Abend. Der wiederum ist dermaßen exaltiert amerikanisch überfreundlich, dass er mir schon wieder gepflegt auf den Sack gehen würde, wenn ich nicht so unglaublich urlaubsentspannt wäre.
Ein glatzköpfiger 120-Kilo-Mann mit extrem-gebleichten Zählen, die er 90% der Zeit zeigt. Wie ein Delfin, wenn er um Fische bettelt, gepaart mit einem penetrantem „can I do ANYTHING for you“ im 5-Minuten-Rhythmus. Aber gut, lieber so als brummelig, und immerhin bringt er flott die Karte bei, so dass wir uns flugs mit der Getränkeauswahl vertraut machen können.
Nach 20 Minuten Quatschen, Aussicht bewundern (der Oberhammer) und der Überwindung sämtlicher Entscheidungsneurosen wählen wir irgendwelche 10-Dollar-aufwärts-Cocktails, entscheiden uns gegen das Essen und quatschen weiter.
Die Drinks schlagen rein wie Bolle, Sarah merkt nach dem zweiten nicht einmal mehr, dass die Plattform mittlerweile schon zwei Runden gedreht hat (dabei muss man doch nur darauf achten, wie oft der Schokoladenbrunnen an uns vorbeizieht und Tims sehnsüchtige Blicke zählen). Irgendwann schaut Peter schon ganz ungeduldig, vermutlich will er den Tisch an noch konsumwilligere Kundschaft vermitteln.
Außerdem wollen wir den Cocktails zu netter Gesellschaft verhelfen. Sprich: Sie brauchen eine Fleischbeilage und wir wollen dem Fleisch auch gerne beiliegen … oder so.

Also raus aus dem Schuppen und rein ins nächste Mekka, diesmal das für Sportfreaks.

ESPN Zone:
Was hierzulande eine „Sky Sports Bar“ ist, also eine Kneipe mit Fernsehern, auf denen Bundesliga-Wiederholungen laufen, ist im New-York-Maßstab die ESPN Zone.
Ein Themenpark mit Restaurant, „Spielhalle“ und TV-Studios, betrieben von Disney (dem Besitzer von ESPN, dem größten Sportsendernetzwerk der USA), einzig und allein dem Sport gewidmet.
Natürlich nicht der eigenen aktiven sportlichen Betätigung, sondern der Begaffung von Sportlern durch Menschen, die mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock fahren, weil sonst die Pumpe schlappmacht.

Auch hier schlendern wir hinein, der Laden ist nicht furchtbar voll, aber wir wollen, nein, Tim will ganz spezielle Plätze.
Diese Tische gibt es laut Empfangsdame leider erst ab 4 Personen, was für ein Pech. Doch nein! Unser Held Tim informiert die Dame ganz nonchalant, dass Sarah doch schwanger sei (WAAAAAAAAAS?) und wir somit genau genommen zu viert seien.
Unter intensiven Glückwunschbekundungen geleitet sie uns daraufhin zum gewünschten Platz, wo wir uns gleich einmal häuslich einrichten.
So sieht unser Platz aus: klick (Der Tisch unten rechts mit dem LC-Display am Kopfende.
Was macht diesen speziellen Platz aus? Nun, erstens hat man einen wunderbaren Blick auf die beiden riesigen Leinwände, auf denen irgendwelche Baseballspiele laufen, außerdem sieht man ungestört die zwölf kleineren Fernseher, welche die Leinwände einrahmen. Hier laufen irgendwelche anderen Sendungen, Basketball, Autorennen, was weiß ich.
Einfach mal die Virtual Tour anklicken und gleich das erste Bild betrachten und ihr wisst, was ich meine.
Ja, und zu guter Letzt haben wir diesen Fernseher am Tisch, der uns vom Gespräch ablenkt und über den wir per Touchscreen Zugriff auf alle einzelnen Sender haben, die zur Verfügung stehen.
Im Moment läuft gerade irgendein Spiel der Baseball-„World Classics“, genauer gesagt sogar das Finale zwischen Japan und Südorea, weswegen der Laden vor allem mit Japanern und Koreanern gefüllt ist, welche lautstark ihre Teams unterstützen.
Für die Statistik, Japan gewinnt mit 5:3, was auch immer das heißt.
Unser Ober hier ist weder weiß noch gebleicht, er sieht nämlich aus wie Snoop Dogg und darauf angesprochen erzählt er uns mit breitem Grinsen, dass er tatsächlich hin und wieder umsonst in irgendwelche Clubs kommt, weil man eben glaubt, er sei – for shizzle my nizzle – der Doggster.
Musiker sei er natürlich auch und er hofft auf den großen Durchbruch … ja sind wir denn in LA oder in New York hier?

Die Burgerkost, die man uns serviert, ist allererste Sahne.
da wären:

  • Black and Blue Burger
    Seasoned with blackening spice, topped with gorgonzola cheese, and served on a toasted bun with lettuce, onion and tomato.
  • Chicken and Avocado Wrap
    Classic chicken tenders with tomatoes, avocado, romaine lettuce, mozzarella and cheddar cheese, tossed in ranch dressing wrapped in a flour tortilla.
    (Grilled chicken available upon request.)
  • Three Cheese Quesadilla
    Oven baked with pepper-jack, cheddar and mozzarella cheese, served with fresh guacamole, salsa and sour cream.
    Add grilled chicken.

Ich bekomme grade wieder Hunger. 🙂

Irgendwann haben wir und ausgeplappert, sind satt, rund, dick und zufrieden und verabschieden uns von Tim, schicken ihn in die U-Bahn und uns zu einem kleinen Verdauungsspaziergang in Richtung Hotel.

Eine Folge „CSI: Miami“ später sinken wir in sanfte Träume von Burgern, Bienen-Marios und gesperrten Kreditkarten und erwachen am Dienstag, frisch erholt für einen spannenden fünften Tag.

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