New York – Tag 3 – erster Teil

Hallihallo, ich begrüße alle Leserinnen und Leser zum neuesten Teil meines kleinen New-York-Reiseberichts.

Ein wichtiger Hinweis:
Mich haben schon mehrere Leute angesprochen und waren ganz verwundert, dass sie mich jetzt gerade hier (in Deutschland) antreffen, sie dachten, ich sei doch in New York.
Unsere Reise fand im März 2009 statt, wir sind also schon eine Weile wieder da. Ich schreibe das Ganze jedoch im Präsens, weil mir das einfach passender erscheint. Außerdem hatte ich bisher schlicht weder Zeit noch Nerven, mich jeweils ein paar Stunden hinzusetzen und Artikel zu schreiben – daher lagen die Manuskripte einige Monate „auf Halde“.

Also auf ins Vergnügen, der dritte Tag (Sonntag, 22. März 2009) steht an.

Frühstück und Greenwich Village
Immer noch beglückt vom über Nacht verstoffwechselten Burger erwachen wir und beginnen den Tag direkt mit dem Frühstück. Wir haben aus den Erlebnissen des Vortags gelernt und verzichten auf langwierige Suchaktionen.
Diversen Reiseführern zufolge soll das Frühstück in den Filialen von „Europacafé“ gut und bezahlbar sein, das nächste ist – wie nicht anders zu erwarten – an der nächsten Straßenecke, also rein ins Vergnügen.
Für mich gibt’s ein klassisches Frühstück, Madame bekommt ein schleimiges Oatmeal.

Oatmeal

French Toast

Fazit: In Ordnung, aber noch steigerungsfähig.

Gestärkt geht’s in die U-Bahn, und die Reise führt uns zum Ausgangspunkt der heutigen Tageswanderung, nach Greenwich Village. Die korrekte Aussprache ist übrigens „Grenitsch“, nicht „Grienwitsch“, nur so am Rande.

Hier finden wir die erste extreme Abwechslung von den bisher besichtigten Häuserschluchten. Dieser Teil Manhattans wird nicht umsonst „The Village“ genannt, ist es doch ein Künstlerviertel und vor allem abends stapeln sich die Menschen in den Bars und Restaurants.
Wir haben aber gerade mal 10 oder 11 Uhr, also liegt der Tag noch vor uns und wir spazieren durch die Gegend.
Ich rekapituliere mal: Wir haben bisher Midtown und Downtown gesehen, also bevorzugt endlose Reihen von beeindruckenden Hochhäusern, Beton ohne Ende und eine extreme Großstadterfahrung, wie sie mir bisher vollkommen fremd war.
Wie gänzlich anders fühlt sich dagegen Greenwich Village an: Die Straßen sind kleiner, es stehen Bäume überall, die Häuser sind niedrig, klein, süß. Man fühlt sich wie in einer mittleren Kleinstadt, und an manchen Stellen erleben wir sogar ein paar Sekunden echter Ruhe ohne Autolärm, Hupen und Sirenen. Irgendwie surreal, immerhin sind wir mitten in der Stadt.

Hier mal ein Ausschnitt der Karte (klick)
Das „Village“ wird begrenzt durch die 14. Straße im Norden, den Broadway im Osten, die Houston Street im Süden und den Hudson River im Westen.
Schon auf der Karte sieht man, dass hier die sonst typischen Quadrate im Grundriss der Straßen wenig zu finden sind, es gibt Gassen, spitze Winkel an Kreuzungen und hübsche Treppenaufgänge an den Häusern.

Greenwich Village

Greenwich Village

Greenwich Village

Greenwich Village - Christopher Street

Ja, genau DIE Christopher Street.

Greenwich Village - Christopher Street

Greenwich Village

Greenwich Village

Zwischendurch kommen wir an eine sehr nette Stelle: Das schmalste Haus New Yorks, ganze 2,74 Meter breit ist die Bude.
Man achte auf die Hausnummer!

Greenwich Village - Bedford Street

Greenwich Village - Bedford Street 75 1/2

Ein weiteres Highlight, über welches wir stolpern, ist ein Polizeirevier samt schnittigem Cop-Cruiser und einem Logo, das seinesgleichen sucht.

Police Cruiser

NYC Bomb Squad

Man beachte die kleinen Details.
1. Es ist 5 vor 12.
2. Der Taliban-Münchhausen hat einen verdächtigen Schnurrbart.
3. Er hat einen dicken Hintern.
4. Die Twin Towers stehen noch.
Ich will ein T-Shirt davon. Unbedingt!

Sarah findet sich auf einem Gehweg wieder, „Selbstfindung“ auf die etwas andere Art.

Sarah B.

Beim nichts ahnenden Ãœberqueren einer Straße mal wieder einer „dieser“ Ausblicke.

Empire View

So langsam nähern wir uns dem Broadway und somit der Ostgrenze des Viertels. Doch auf dem Weg dahin kommen wir an einer weiteren interessanten Stelle vorbei, dem Washington Square Park.
Als einer der bekanntesten Parks in New York beherbergt er verschiedenste Möglichkeiten der Entspannung, z. B. Plätze für Schachspieler, Spaziergänger, Grünflächen, Spielplätze, einen Springbrunnen und einen zentralen Platz, auf dem sich Studenten der nahen Unis oder Straßenkünstler vergnügen können.
Und natürlich Plätze, wo arme Großstadthunde Gassi geführt werden:

Hundeplatz

Sarah verwechselt das mit einer Hundeschule, das ist aber tatsächlich einfach nur ein großes, eingezäuntes Hundeklo.

Außerdem sehen wir wieder riesige, freche Grauhörnchen.

Squirrel

Squirrel

Nebenbei liegt der Washington Square Park an einem bemerkenswerten Flecken, nämlich genau am Anfang der DER Luxusmeile von Manhattan: Fifth Avenue.

One Fifth Avenue

Im Hintergrund … ach egal, ich wiederhole mich 🙂

Wir biegen einmal rechts ab und wieder erleben wir den nächsten dieser New Yorker Aha-Momente, in denen man von einem Extrem ins andere taumelt und denkt „huch, wo bin ich denn hier gelandet?“

Washington Mews

Washington Mews - Deutsches Haus

Die „Washington Mews„, eine genau einen Block lange Privatstraße. Früher standen hier Pferdeställe, heute winzige Häuser mit „Alternativen“ oder „Künstlern“ als Bewohnern.

Wir wandern noch einige Kilometer durch die Stadt, schauen uns ein wenig in der „Lower Eastside“ um (auf deren Highlight ich im Bericht für den letzten Tag eingehen werde) und begeben uns dann in Richtung Tageshighlight, einer Vorstellung von „La Bohème“ in der wahrhaftig kleinsten Oper der Welt, der „Amato Opera“.

Doch dazu mehr im nächsten Artikel.

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