New York – Tag 1 – zweiter Teil

Bevor wir uns in die Stadt werfen können, bringen wir erstmal die Einreiseformalitäten hinter uns.

Die Einreise
Gottlob geht die ganze Aktion relativ schnell vorbei, in der Halle sammeln sich nur die Passagiere unseres eigenen Fluges, was die Sache doch deutlich beschleunigt. Ich erwische derweil Madame noch, wie sie einen mitgebrachten Apfel essen will. Wer schon mal diverse Horrorstorys über die extrem strikte Handhabung der Einfuhr von offenen Lebensmitteln gelesen hat, kann sich vorstellen, wir mir kurz der Blutdruck ansteigt. Das Früchtchen (ich meine selbstredend den Apfel, nicht Madame) lässt sich aber unauffällig in einem Papierkorb entsorgen und wir nähern uns unserem Officer.

Es entspinnt sich folgende Szene:
Officer: „Fingerabdrücke, Augenscan etc. bitte, hier reinschauen, da Finger drauf …“
Officer zu Sarah: „Was ist Anlass Ihrer Reise?
Sarah: „Privat.“

Dummerweise sprechen wir englisch und sie sagt „private“, was ín etwa soviel wie „das ist persönlich“ heißt.

Officer: „???“
Ich: „ääähhhh Sarah, „PRIVATE“ ist ein schlechtes Wort“
Sarah: „ah, yeah … it’s personal“
Ich: „d’ooohhh“
„personal“ heißt in dem Kontext dann in etwa „es ist wirklich privat und geht dich nix an!“.

Bevor der Officer böse wird, springe ich ein und erkläre ihm, dass wir NICHT geschäftlich unterwegs sind, sondern im Urlaub und dass das nur ein Ãœbersetzungsproblem ist, weil „privat“ auf Deutsch eben nur heißt „nicht geschäftlich“.

Er meint dann „Private means the same thing in every language I know“. Uns genügt ein Blick um zu wissen, dass sich jetzt jeder von uns die passende Antwort „Und wieviele Sprachen wären das?“ besser spart und wir freundlich weitermachen.

Im weiteren Verlauf des Verhörs wundert er sich noch über unsere unterschiedlichen Nachnamen, obwohl wir doch verheiratet sind und erklärt voller Stolz, dass ihm das daheim nicht passieren könne, entweder ganz oder gar nicht.
Zum Glück läuft doch alles sehr entspannt ab und nach 2 Minuten Smalltalk gewürzt mit zwei Schweißausbrüchen dürfen wir auch schon einreisen.

Einfahrt nach Manhattan
Weil man sich ja sonst nichts gönnt, haben wir uns bei Carmel einen Wagen bestellt, der uns (für den gleichen Preis wie ein Yellow Cab) direkt ans Hotel fährt.
Auf dem Weg zum „Bussteig“ werden wir ca. 20x angesprochen, ob wir nicht mit einem Spezialgünstig-Superbillig-Sonderangebotstaxi irgendwohin fahren wollen und lehnen (in Anbetracht der dauernden Durchsagen, die EXAKT davor warnen) und unserer vorbestellten Karre dankend ab.
Was uns dann abholt ist für den geneigten Mitteleuropäer eher ein Schiff als ein Auto, für den Normalo-Amerikaner vermutlich mittlerer Standard.

Ein „Lincoln Town Car

Dickschiff

Die klassischen Yellow Cabs sind eigentlich das gleiche, nur in einer etwas anderen Ausstattung.

Unser Chauffeur ist wie aus dem Klischeebuch ein echter Panjabi-MC, der in tiefstem Dialekt nahezu unverständlich seine Storys erzählt. Nachdem meine Kreditkarte nicht so will, wie ich das gerne hätte, leiht er mir netterweise sogar sein Handy, um das direkt mit der Zentrale zu klären. Im Gespräch mit eben dieser Zentrale merke ich, dass die ihn genauso schlecht verstehen wie ich. Nach vier Wiederholungen irgendeiner Frage meint er nur zu dem Typen am Telefon „Man, am i spikking fucking panjab or what?“
Klares Ja! 🙂
Fahren kann er nur digital, also Vollgas oder Bremse, was von dem fetten 8-Zylinder mit vermutlich beeindruckendem Benzinverbrauch quittiert wird und von meinem Magen nur dank der lange zuvor eingeworfenen Reisetablette unbeschadet überstanden wird.

Auf dem Weg zum Hotel klart der Himmel auch schon wieder auf und als wir aussteigen, scheint die Sonne. Die ersten wirklichen Regenwolken werden wir erst eine Woche später, an unserem letzten Tag wieder sehen, soviel schonmal vorab.

Das Hotel
Wir residieren im New York Salisbury Hotel, 2 Straßen vom Central Park entfernt und nur 100 Meter von der Carnegie Hall entfernt.
Hauptgrund war ein bezahlbares Zimmer in Manhatten mit eigenem Bad und gutem Eindruck. Tripadvisor hilft hier sehr weiter!

Der erste Eindruck des Zimmers (ganz oben mit Blick auf die Straße):
WOW, ist das groß.
„Ganz oben“ heißt zwar nur 16. Etage (also eigentlich die 14., weil es keinen 13. gibt und in den USA das Erdgeschoss ja „Stock 1“ ist), aber immerhin sind wir so weit genug vom Mief der Straße weg, haben gute Sicht und keinen, der uns auf dem Kopf rumtrampelt.

Ach so, das Zimmer …
Uns stehen zwei bescheidene King-Size-Bettchen zur Verfügung, ein LCD-TV, Bad, Küchenecke (ohne Wasserkocher, aber wozu hat man eine Mikrowelle) und 2 Kleiderschränke, die in diversen anderen Hotels leicht als Einzelzimmer durchgehen könnten.

Doch seht selbst.

unser Zimmerchen

Die Küchenzeile

Das Bad

zwei kleine Bettchen mit Füllung

der Name ist Horatio Caine ...

Wir ruhen uns ein paar Minuten aus, wechseln die Kleider und sehen uns in Teil 3 der Geschichte wieder.

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