Fettflut am Kantinentresen

Ihr lieben geneigten Leserinnen und Leser,

es trug sich gerade zu, dass ich vor Lachen beinahe unter den Tisch fiel, und das kam wiefolgt beschrieben.
Unsere Kantine hier war noch nie berühmt für irgendwelche Schmankerl;
das Einzige, was der Koch wirklich beherrscht, ist Bolognese-Soße und Pommes.

Unser Koch, nennen wir ihn einfach mal Maitre Grasse, hat ein offensichtliches Faible dafür, im Intranet-Speiseplan mit prima Adjektiven und Attributen wie „ofenfrisch“, „nach Großmutters Rezept“ oder „gabelzart“ die schlichtesten Gerichte als Haute Cuisine zu vermarkten. Einmal probiert, auf Ewigkeiten durchschaut.

Doch wollen wir einmal hinwegsehen über „Gebratene Maultaschen an feiner Tomatensoße“ und dergleichen Gaumenschmeichler – der Reißer schlechthin sind seine „Leichte Kost“-Menüs.
Letzte Woche: Gemischter Blattsalat mit Mozzarella-Sticks (selbstverständlich frittiert, sonst rutscht’s ja nicht!) und dazu Cocktailsoße.
Das steht auf der Never-ever-Liste von Heidis Hungerhakentruppe bestimmt auf Nummer 2, hier die unangefochtene Nummer 1:
Auch diese Woche ist mittwochs Schmalhans Küchenmeister – es gibt Bandnudeln mit LACHSwürfeln in KräuterSAHNEsoße.
Und darüber steht, so wahr ich Euch schreibe, „Leichte Kost“.

Danke, Maitre Grasse,
dass Du meinen Kolleginnen und mir so viel Freude am Montagmorgen bereitest, die Woche wäre trüb und grau und vor allem grässlich FETTIG, wenn es Dich nicht gäbe.

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